Eine garstige Pfirsichkonserve hat mich angegriffen!
Autschn
Gute-Besserung-Bildchen
Herr Kchen liegt immer noch krank im Bett, nicht essbares will in ihm bleiben. Wenn es nicht besser wird, bringe ich ihn ins Krankenhaus.
Er schläft jetzt.
Bitte alle mal kräftig die Daumendrücken, dass es aufwärts geht und er schnell wieder der Alte ist!!!!
Den Trip nach Kassel zwischen den Jahren habe ich schon mal abgesagt, in seinem Zustand will Herr K. bestimmt vieles aber nicht 280 km durch die Gegend fahren.. gut, dass wir Anfang Dezember schon in meiner alten Heimat waren. Ein bisschen Ruhe kann auch nicht schaden.
Wir werden es uns so gemütlich wie möglich machen. Vielleicht tauchen ja noch irgendwo ein paar Weihnachtselfen auf, die hier ein wenig das Wohnchaos beseitigen.. ?!?!
Die Hoffnung stirbt zu letzt..
So halt
Bekanntlich bin ich ein Stubenhockerkind, ich könnte Minute um Minute drin auf meiner Couch verbringen und mich beschäftigen mit zeitfressenden Dingen. Nicht so der Herr K., der rennt am liebsten den lieben langen Tag durch die Gegend, hier ist es spannend und da auch.
Schon als Kind brauchten meine Eltern starke Nerven wenn sie mich vor die Tür bekommen wollten, zum Spazierengehen. Jede Menge Einfallsreichtum haben sie an den Tag gelegt, manchmal sind wir wo eingekehrt, oder es gab unterwegs Belohnungen wenn ich Bäume, Gräser, Sträucher, Vögel anhand Bestimmungsbücher richtig zu ordnen konnte. Kurz um, spaziergehen ging/geht gar nicht.
Ein notwendiges Übel ist es, wenn man einen Hund hat, der natürlich vor Tür muss. Da mach ich es sogar gern, früher bei meinen Pflegepferden war das auch alles kein Problem, das Draussensein. Überhaupt Draussensein mit Ziel ist auch heute kein Problem für mich. Nur Draussensein, des Draussenseins wegen.. puh.. ja .. schwierig. Natürlich ist es immer schön, wo der Herr K. mich hinschleppt, natürlich gehen wir nicht bei strömenden Regen oder Sturm.
Heute durfte ich auch raus, Spaziergänge werden mir als Fototouren verpackt. Schon geht es los.
Lieber Herr K., Danke, dass Du es immer wieder schaffst meinen Arsch vom Sofa wegzuziehen, und mein erstweilige Nörgelei und schierunfassbare Trägheit über Dich ergehen lässt. Und es dann noch schaffst mir die schönsten Plätze der Welt zu zeigen, die mich immer wieder beeindrucken und so fotogen sind. Und das machst Du jetzt schon unermüdliche 4 Jahre lang.
Tausend Dank, Deine K. :-* :-* :-*
Meine neue Reisebekanntschaft
Ich wollte was engeres für diesen Urlaub. Jemand der mir nicht von der Seite weicht. Und an und zu mal an mir zippt.
Eigentlich dachte ich an einen Sonnenbrand, den hat aber Herr K. bereits bekommen. Oder ein paar blaue Flecken, die hab ich aber auch zu Hause. Etwas neues musste her. Da kam mir die Idee mit dem Teekessel, einfach mal den heissen Wasserdampf an die Fingerchen kommen lassen. Kühlen und warten. Und schwups hat man ein Dings auf dem kleinen Finger, was so gross wie Alien ist. Ok, ein kleiner Alien. Wachsen tut er auch nicht mehr, aber er hat natürlich Superkräfte, z.B. Schlafrauben, melodisches Pochen, etc.
Die Weltherrschaft will es bestimmt auch. Da bin ich mir sicher.
Sonst geht es mir aber gut, sehr sogar
Heimat
Sonntagslangeweile.
Oder wie man alternativ einen Sonntag verbringen könnte.
Ich hatte die Wohnung für mich alleine. Geplant war ein ausgiebiger Hundespaziergang, natürlich nachdem ich vorher ausgeschlafen hatte. Dann ein ausgiebiges Frühstück und schliesslich jede Menge nichts tun auf dem Sofa und zwischendrin ein wenig aufräumen.
Das alles Klang überaus verlockend, wenn nicht sogar himmlisch. Einfach mal nichts tun.
Tja, nur leider hatte ich die Planung ohne Tia gemacht. Die Ärmste hatte es mal wieder mit ihrem empfindlichen Magen, also zwang sie mich bereits um 7.30 Uhr aufzustehen, ich benutzte mir notdürftig die Zähne, zog eine Jeans und meinen Fleecepulli über mein Nachthemd und verliess mit dem Hund das Haus.
Kaufte an der Tanke Brötchen und lief müde und sehr langsam wieder zurück. Vor der Haustür war ich dann schlagartig wach. Der Schlüssel!!
Der schlummerte noch auf dem Kühlschrank (fragen Sie lieber nicht warum).
Da war es 8 Uhr. Ich ging also mit meinen Brötchen und dem verwirrten armen alten Hund zurück an den Rhein. Und hatte kurz sowas wie einen Nervenzusammenbruch.
Denn natürlich lag auch mein Handy in der Wohnung, natürlich war Herr K. am anderen Ende vom angegrenzten Bundesland.
Und genau zwei Sachen hatte ich nicht, 1. seine Handynummer und 2. irgendwo einen Zweitschlüssel hinterlegt.
Im Kopf mein Handy durchgegangen, zu wem ich hätte flüchten können, alle die mir einfielen waren übers WE nie oder selten in Bonn. Auf Verdacht nach Köln oder Hürth zu fahren war mir ne Nummer zu krass. Von den Leuten in Bonn, die da sein hätten können wusste ich die Adresse nicht. Weil das alles in meinem HANDY steht.
Ok, bis 10 zählen. Die anderen Frühaufsteher sahen aus, als wollten sie lieber Abstand von mir halten.
Irgendwann macht der Kiosk am Rhein auf, und ich hatte immerhin Geld für Kaffee dabei. Der Kioskbesitzer kennt uns, zur Not hätte ich anschreiben können. Er schmunzelte sich einen zurecht bei meiner Geschichte. Und erzählte sie gern auch in meinem Beisein jedem, der er es hören oder nicht hören wollte. Irgendwann fragt er, ob ich wenigstens den Nachnamen meines Freundes wissen würde.
grrr…
ich schnappte mir den Hund vertrieb mir die Zeit am Rhein und an einem dicken alten Baum, der sehr gemütlich war. Allerdings wurde es gegen 14 Uhr feucht, es regnete. Erst ein paar Tropfen, dann immer mehr. Ein Notfallplan musste her.
Also ab an die Tanke, eine Zeitung gekauft, dann in den Zug nach Bad Godesberg und ab ins Stammcafé. Irgendwie konnte ich die Besitzerin überzeugen mir ihr Iphone zu leihen und so konnte ich Herrn K. eine Facebook Nachricht zu kommen lassen. Dir er leider erst 1 Stunde später las, dann aber sofort los fuhr und mich gegen Abend dort einsammeln konnte.
Ich war ein wenig fertig mit der Welt, trotz allem war es auch irgendwie entspannend. Nur hätte ich gern was anderes angehabt, als mein Nachthemd, eine Dusche und Haare kämen hätte ich auch gut gefunden, vielleicht sogar Unterwäsche. Ach wir wollen lieber nicht übertreiben. Ein Handy, genauer gesagt mein Handy wäre toll gewesen.
Aber so war ich den ganzen Tag unter Menschen, habe einige neue kennengelernt. Die mich jetzt als die verwirrte Frau kennengelernt haben, die sich gern mal von zu hause aussperrt und dann im Nachthemd in der Kneipe sitzt.
Sollten Sie mich auch mal mit dem Nachthemd in der Kneipe sitzend antreffen. Setzen Sie sich zu mir, erzählen sie mir gern ihre Lebensgeschichte. Keine Angst, ich beisse nicht. Ich bin nur kurz vorm Nervenzusammenbruch.
PS: Natürlich hätte man auch einen Schlüsseldienst rufen können, aber dann hätte ich nichts zu erzählen gehabt und der Monat wäre sehr mittellos geworden.
PS2: Die Brötchen hab ich sehr fair zwischen den Enten, den Tauben und dem Hund geteilt.
PS3: Und hätte ich die Kamera mitgehabt, ich hätte die Bilder meines Lebens machen können.
Zeitreise.
Gestern war ich spontan mit meiner Hündin ins Auto gesprungen um einen Spaziergang im Park machen zu können.
Spontan hielt ich aber an einer anderen Ecke. Den Giesewiesen. Der Platz meiner Kindheit und Jugend überhaupt. Früher fanden hier Reitturniere statt. Da gab es einen Abreitplatz, einen Springplatz, zwei Dressurplätze. Da gab es Richterhäuschen, Schranken und Hindernisse. Bei Turnieren einen Bratwurststand, Kuchenstände, Bierpils, einen Süßigkeitenstand, jede Menge Pferde, Reiter, Fans, Autos mit Anhängern, Stroh, etc.
All das konnte ich sehen, als ich da war. Es war so präsent. Wie in einem Film, wenn die Rückblendungen kommen. Ich konnte die Richter hören, wie sie die Startnummern aufriefen, es roch sogar noch nach Pferd. Ok letzteres konnte auch Einbildung sein.
Heute sieht man dort von all dem nichts mehr.
der ehemalige Dressurplatz..
der ehemalige Springplatz, auf dem ich mit 11 oder 12 meine erste Fahrstunde hatte. Ich saß auf dem Schoss meines Vaters und durfte das Familienauto lenken.
Mit 14 bin ich dann das erste Mal mit meinem Pflegepferd selbst über die Hindernisse dort gesprungen.
Email aus der Hölle
Mama ist gestern Nacht auf der Treppe gefallen und liegt im Krankenhaus.
Soweit geht es Ihr ganz gut. Es steht wohl eine OP an.
Eine Email mit gleichem Inhalt erreichte mich eine Stunde früher von meiner Schwester. Ich war etwas am Durchdrehen. Denn keiner war telefonisch zu erreichen.
Irgendwann nach gefühlten 20 Stunden (in Wirklichkeit wohl 10 Minuten) hatte ich die Freundin von meinem Bruder dran. Die mir alles in Einzelheiten erzählte.
Dann rief meine Schwester an, sie sagte ich solle mir noch ein paar schöne Tage in Bonn (da ja Donnerstag mein Abreise nach Kassel sei) machen. Ich müsste erstmal nicht hinfahren.
Nachdem ich dass Herrn K. gesagt habe, schaute er mich an und sagte, natürlich fährst Du dahin.
Gesagt getan, wie ferngesteuert packte ich meine Sachen, lud den Hund ins Auto und fuhr los.
4 Stunden später war ich da, sprang gleich in die Strabahn und fuhr ins Krankenhaus. Herzrasen. Ich wusste, sie ist ansprechbar. Die Schulter, das Becken und ein paar Rippen sind gebrochen. Sie hatte beim Treppensteigen nachts eine Stufe übersehen und ihre altersschwachen osteoporose Knochen haben das nicht ausgehalten.
Ich musste warten, 20 Minuten. Die Tür zur Intensivstation öffnete sich und eine Frau musste gestützt werden, ihre Angehörigen hatten verweinte rote Augen. Und ich dachte nur, ich will hier weg. Ich will ganz weit weg.
Dann durfte ich zu ihr.
Mutter like empfing sie mich mit den Worten : “Du hättest aber nicht extra kommen brauchen”
“aber Du bist doch meine Mami” sagte ich, und fühlte mich als wäre ich 5.
Ich war 20 Minuten bei ihr, dafür hat sich der Stress mit der Fahrt echt gelohnt. Sie hatte Glück sagte der Arzt, an der Schulter wird sie operiert werden, aber nicht vor Montag, da ihr Blutdruck zu niedrig ist. Sie hatte mehrere Schläuche an sich hängen und sah dafür doch sogar fit aus. Mit Farbe im Gesicht, nen blöden Spruch auf den Lippen.
Vor genau sowas hatte ich die ganze Zeit in Bonn Angst, Angst dass Ihr was passiert und ich nicht da sein kann. Ich weiss, die anderen kümmern sich auch um sie. Aber trotzdem.
Wie das jetzt alles wird und in wieweit sie wieder die “Alte” wird weiss man nicht. Erstmal wird sie operiert. Becken und Rippen müssen von allein heilen. Alle inneren Organe sehen gut aus. Sie hat Glück gehabt, sagte der Arzt.
Realität
oder sowas.
Oder sowas trifft es eigentlich ziemlich gut. Gerade im Moment komme ich mir vor wie ein Besucher aus einem ParallelUniversum.
Dieser Sonnenuntergang ist gerade mal 14 Tage her und ich kann mich nur noch wage daran erinnern, wie es war dort zu sein. Das Meer zu riechen und die einzige Sorge zu haben, ob es regnet oder trocken ist.
Und jetzt bin ich wieder mittendrin, “tu dies oder jenes” .. “Denk an dieses oder jenes”. Positiver Stress ist auch Stress und den mag mein Körper gerade so gar nicht.
Dummerweise hatte ich mir vor meinem Urlaub ein paar Sachen auf “to do” für nach meinen Urlaub gelegt, was mich jetzt wieder ins Schleudern bringt. Eigentlich würde ich am Samstag einfach gern die Füsse hochlegen und ggf. nix tun. Stattdessen habe ich Shooting vereinbart.. Bleibt der Sonntag zum vielleicht Füsse hochlegen. Wobei da tatsächlich noch mal die Sonne scheinen soll, man also noch mal vor die Tür gehen sollte.
Und heuteabend geh ich einfach direkt nach dem Hundespaziergang ins Bett ohne Umwege. Also um 19.15 Uhr.
Und ganz uneigentlich wollte ich ja auch helfen, das fertig zu stellen, was wir gestern angefangen haben.
… ach ja. Leben halt.



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